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2021 Aug 7-21 Aruba

Wir waren zwei Wochen auf der Indigo Moon in Aruba.


Geplant war Installation des Kurzwellenfunkgerätes, Testsegeln und natürlich auch die Insel anschauen.


Am 7.8.2021 startete der Flug von Frankfurt via Amsterdam nach Aruba. KLM ist echt gut. Viel Platz. Schon erheblich gemütlicher als bei den üblichen Billig-Urlaubsfliegern.

Kurzwelle


Am nächsten Tag geht es gleich los mit der Installation der Kurzwellen Funkanlage. Wir mussten

  • Einen Platz für den Tuner finden und Tuner installieren.
  • Einen Platz für Bedienteil finden und Bedienteil installieren
  • Einen Platz für das Funkgerät finden und Gerät installieren
  • 2*Coax- und 1*Steuerkabel vom Motorraum zum Funkgerät verlegen
  • Kabel für Stromversorgung für Funkgerät und Aktivantenne ziehen
  • Aktivantenne einbauen
  • Bedienteil mit dem Funkgerät verbinden
  • Antenne und Hilfsantenne installieren und anschließen
  • Motorraum mit Kupferfarbe mehrmals streichen und die Farbe mit dem Tuner verbinden
  • Pactor controller mit Funkgerät verbinden

Kabel ziehen

Auf diesem Schiff war es wirklich nicht einfach die Kabel zu verlegen. Die Durchgänge sind sehr versteckt, eng und voller Kabel und Schläuche. Alleine das Kabelziehen hat mehrere Tage gedauert und wirklich viel Akrobatik gebraucht.

Auch der vorgesehene Platz für das Funkgerät – unter der Küche – war wirklich eng.
Die Antenne wurde mit metrischem Schraubanschluss geliefert, der Antennenfuß hatte ein Zollgewinde. (Dreherei finden, neues Gewinde schneiden lassen, Edelstahlkern in Antennenfuß einpressen lassen)
Es hat also gut eine Woche gedauert, bis das System funktionsbereit war.

Leitfähige Kupferfarbe

Als Gegengewicht für die Antenne wurde ein Kondensator im Motorraum aufgebaut. Dies erfolgt dieses mal mit Kupferfarbe, statt mit Kupferfolie wie es bei der SY-Graskarpfen gemacht wurde.
Der Lieferant (SVB) hat für die Verbindung vom Tuner zur Kupferfarbe im Motorraum ein festes Kupferband vorgeschlagen und verkauft. Das ist keine gute Idee. Das feste Kupferband ist absolut zu unflexibel um fest am Motorraumboden und der Farbe zu haften. Es hat sich immer wieder gelöst und hätte spätestens bei Arbeiten im Motorraum keine gute Verbindung mehr gehabt. Der Vorschlag des Verkäufers – Schrauben in den Rumpf drehen und das Kupferband so an den Boden drücken 😮 .
Ein flexibles Kupfergewebeband wäre 100 mal besser und sinnvoller. Nur so etwas bietet SVB nicht an und in Aruba ist es nicht zu bekommen. Die Kupferfarbe sieht aufgetragen gut aus. Sie muss aber überstrichen werden. Kupfer wird bei Kontakt mit Feuchtigkeit grün – und das tat die Kupferfarbe auch.
Die Kupferfarbe ist prinzipiell leichter zu verarbeiten als Kupferfolie. Aber sie ist sehr teuer. Sie kommt in einer Dose, die 500 ml enthalten soll.
Die Menge in der Dose erschien uns sehr wenig, so dass wir nachgemessen haben. Dosenvolumen etwa 750 ml. Die Dose, großzügig betrachtet, gerade mal halb voll. Es waren keine 500 ml enthalten.
Auf Nachfrage bei SVB hieß es erst mal, es wäre eine 1 Liter Dose und deshalb nur halb voll. Als wir Bilder mit Maßband neben der Dose hin schickten, hieß es dann es wäre doch keine 1 Liter Dose, aber sie wäre mehr als halb voll. Als wir auch das mit Bildern widerlegen konnten, hat SVB zugestimmt eine neue Dose nachzuliefern.
und das alles für Farbe, bei der 1/2 Liter 299,95 Euro kostet.

Es überlege sich jeder selbst, ob diese Wunderfarbe das wert ist.

Kurzwellenfunk Inbetriebnahme

Nach etwas mehr als einer Woche war dann das Funksystem schließlich aufgebaut und angeschlossen.

Wir konnten erste Tests machen. Die ersten Funkgespräche machte ich auf Amatuerfunkfrequenzen. Dort ist mehr los und man findet mehr Testpartner.
Das erste Gespräch war mit der Amateurfunkstation S51DX. Von Aruba nach Slovenia. Knapp 7700 km. Nicht schlecht. Ich habe einfach über das 20 Meter Band gescannt und habe abends einen CQ Ruf von S51DX gehört. Ich hätte nicht erwartet eine Antwort zu bekommen, doch ich habe ihn einfach mal angerufen. Und prompt kam die Antwort. Sogar mit einem guten Rapport.

Als nächstes habe ich mit einer Station in Argentinien gesprochen und auch an einer Maritime Mobile Runde mitgemacht, wo die Basisstation in South Carolina war.

Zum Test der DSC Funktion des Transceivers versuchten wir zuerst einen Testcall an die Coast Guard in Curacao. Die hat aber nicht geantwortet.
Später probierten wir einen Testcall an ein Kreuzfahrtschiff. Das hat sofort geantwortet. DSC sieht also auch gut aus. 🙂

DSC Test reply
Der hat geantwortet 🙂

Und auch das Pactor Modem wollte getestet werden. Also eine Winlink Station rausgesucht und die erste EMail verschickt.

Winlink Nicaragua

Ansonsten haben wir noch viel gebastelt und gebaut.
Dreifarbenlaterne im Mast angeschlossen, einen kleinen Microcontroller programmiert und eingebaut, der Schiffsdaten und AIS Daten über W-Lan verteilt, so dass diese Informationen auf dem Notebook verfügbar sind und und und.

Alles in allem war die Installation der Funkanlage und die weiteren Arbeiten auf dem Schiff um einiges mehr und länger als wir es uns gedacht haben. Obwohl das die zweite Installation einer Kurzwellenanlage auf einem Katamaran war, habe ich den Arbeitsaufwand unterschätzt. Jedes Schiff ist anders – und hier kamen auch noch einige unvorhergesehene Arbeiten dazu.

In the end – Installation war erfolgreich !


Land und Leute

Strand

Abends sind wir ab und an mit dem Dinghi zu einem nahen Strand gefahren. Zum schwimmen , auch mal zum essen und um einen Sundowner zu nehmen.

Inselrundfahrt

An einem Tag haben wir eine Inselrundfahrt gemacht. Zuerst haben wir die Wandmalereien in San Nicolas besucht. Super tolle Malereien.

Dann ging es weiter einmal rund um die Insel

Segeln und Hafenleben

Zum Segeln sind wir nur ein einziges Mal gekommen.
In der ersten Woche wollten wir erst mal die anliegenden Arbeiten fertig machen. In der zweiten Woche gab es noch immer viel andere Arbeiten am Boot. Eigentlich waren täglich Handwerker an Bord, so dass wir nicht raus konnten. Rigger, Netz Reparatur, Generator Reparatur, Riss in Segeltasche beheben, Elektriker ….

Das Hafenleben war schön. Alleine den ganzen Tag mal wieder barfuß laufen tut gut. Und sich mit den anderen Langfahrtseglern, die man so kennenlernt, zu unterhalten, hat echt Spass gemacht. Jörg, von der Segelyacht Sissi hat uns mit seinem Auto die Insel gezeigt. Er ist wegen Corona schon ein Jahr auf Aruba. Er hatte gerade 4 kleine Katzen aus dem Tierheim an Bord, die er aufpäppelte bis sie selbst essen konnten.

Auf einem anderen Boot habe ich mal kurz nach deren Kurzwellenanlage geschaut.
Man hat immer wieder neue Leute getroffen. Und die lokalen Fischer haben mit Ihren Motor-Angel-Schiffen über 2 Meter lange Schwertfische angelandet.

edf


Direkt am Hafen gab es eine Kneipe mit leckerer Fischsuppe, und abends gab es den ein oder anderen Sundowner dort.

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